Whistleblowing – Verrat oder Heldentat?

Whistleblowing in Unternehmen und Behörden

Wer als Arbeitnehmer Missstände in Unternehmen oder Behörden aufdeckt und sie öffentlich macht, muss trotzdem nicht zwangsläufig eine Kündigung befürchten. Der Arbeitnehmer kann durch das Arbeitsrecht vor einer Kündigung geschützt sein, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen. Als erstes muss der Arbeitnehmer immer versuchen intern den Vorfall zu klären, bevor er an die Öffentlichkeit tritt. Außerdem darf es auch keine andere Alternative geben um diskret auf die Missstände aufmerksam zu machen. Zu guter Letzt muss der Missstand auch für die Öffentlichkeit interessant sein und der Arbeitnehmer muss ihn in gutem Glauben veröffentlichen.

Recht

Auf europäischer Ebene hatte sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte 2011 in Sachen Whistleblowing mit einem Fall zu beschäftigen, in dem eine Mitarbeiterin eines Pflegeheims Missstände in der Einrichtung öffentlich gemacht hatte und ihren Arbeitgeber wegen Betrugs angezeigt hatte. Hier entschieden die Richter, dass die vom Arbeitgeber erteilte Kündigung das Recht der Mitarbeiterin auf Meinungsfreiheit verletzt hatte und die Kündigung deswegen unwirksam war.

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Arbeitnehmer müssen bei Whistleblowing vorsichtig sein

Für Arbeitnehmer ist es aber trotzdem unbedingt zu raten, immer nach einer betriebsinternen Lösungsmöglichkeit mit dem Arbeitgeber zu suchen, sofern es möglich ist. Sie sollten die Informationen vorab auch immer sorgfältig überprüfen, ob sie der Wahrheit entsprechen.

Für Unternehmen kann es hilfreich sein sog. „Whistleblowing- Hotlines“ oder Online- Plattformen einzurichten, mit deren Hilfe die Mitarbeiter anonym auf Missstände aufmerksam machen können.

Christian Hundertmark, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Bochum

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